Eine Win-Win-Situation…

…beim Autoverkauf.

Diesmal wollte ich es anders machen: nicht das Auto beim Händler zurücklassen, der mir einen nicht ganz so günstigen Preis verrechnet, bei dem dann noch irgendwie die Raten fürs neue Auto eingerechnet werden. Und dann habe das Internet entdeckt (ist ja Neuland). Der erste Versuch war ein Flop: ich landete auf einer der Platformen, über die ich das Auto verkaufen kann, dort wurde das Auto mal so eben eingestuft, dann fuhr ich damit zu einem von der Platform empfohlenen Händler, der mir einen Preis bot, der inakzeptabel niedrig war. Gar nicht zu reden davon, dass ich aggresssiv über Wochen mit Mails zugeschüttet wurde.

2. Versuch über eine andere Platform. Dort ist das Prinzip ein seriöses: sie vermitteln zwischen privatem Verkäufer und privaten Käufer. Und stellen nur für diese Vermittlung – sowie für das seriöse Fahrzeuggutachten – eine Rechnung. Ansonsten halten sie einem die unliebsamen Käufer vom Hals.

Und sie haben wie ich als Verkäufer ein Interesse an einem guten Preis, ohne den Käufer zu übervorteilen. Ende der Geschichte: ich hatte gerade 2 Probefahrten, wovon die zweite der spätere Käufer machte. Ich brauchte ein bisschen Geduld. Habe aber deutlich besser verkauft, als der 1. Händler mir angeboten hatte.

 

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Lehrerarbeitszeit

Es ging Ende Januar durch die Medien:Lehrer arbeiten, entgegen landläufiger Meinung, mehr als andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst (http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2018-01/studie-lehrer-arbeitszeit-lehrergewerkschaft-gew). Was dabei zudem zu kurz kommt: es gibt gravierende Unterschiede zwischen Schularten und Bundesländern. (https://www.lehrerfreund.de/schule/1s/lehrer-deputat-pflichtstunden/4370)

In der Praxis stellt es sich noch gravierender dar, denn für Lehrerinnen und Lehrer ist die Trennung von Arbeit und Freizeit nahezu aufgehoben, allein schon räumlich. Die Schulen stellen auch nicht annäherungsweise die Infrastruktur bereit, die man benötigte, um sinnvoll arbeiten zu können. Daran scheitern, zu Recht!, auch alle  Überlegungen, Lehrkräfte dazu zu verpflichten, einen 8-Stunden-Tag in der Schule zu verbringen. Mal abgesehen davon: man geriete bei manchen Terminen auch mit dem Arbeitszeitgesetz in Konflikt.  (6 Stunden Unterricht, dann 2 Stunden Vorbereitung und Korrekturen und dann noch 4 Stunden Elterngesprächabend – das ginge dann strenggenommen nicht).

Was Lehrkräfte zudem stört: dass die ganze Zusatzarbeit (Elterngespräche, Schulkonzerte, Theateraufführungen, Ausflüge, Exkursionen, Schullandheime, Theater-, konzertbesuche) nicht verrechnet werden kann. Und man möge sich anschauen, welche Entlastung man bekommt, wenn man besipielsweise die ganzen Verfahrens- und Sicherheitshinweise und-beschreibungen und dokumentationen in den Naturwissenschaften erstellen und überwachen muss. Das steht in keinem Verhältnis zu dem ganzen Aufwand. Dann ist einkalkuliert, dass es Unterrichtsausfälle gibt. Die zwei zusätzlichen Stunden pro Woche sind keine Deputatsstunden, sondern zählen als Mehrarbeit, die dann wieder mit Unterrichtsausfall an anderen Tagen verrechnet wird.

Bis vor ein paar Jahren konnte man noch solche Stunden vergütet bekommen, wenn eine ausreichende Zahl innerhalb eines Monats angefallen war.

Wenn jetzt über Lehrerarbeitszeit in Zeiten vermehrten Unterrichtsausfalls diskutiert wird, dann verheißt das nichts Gutes.Das könnte heißen: der Wegfall von Unterrichtsstunden, der entsteht, weil beispielsweise Prüfungsklassen nicht mehr unterrichtet werden, würde dann eventuell mit ins darauffolgende Schuljahr genommen werden. Dass Abitur mit viel Zusatzarbeit verbunden ist, entfiele damit komplett. Kleines Beispiel: man muss in Englisch Kommunikationsprüfungen vorbereiten. Das ist keine banale Arbeit und erfordert genaues Hinschauen, auch mit Blick auf die zu Prüfenden. Und ist Arbeit über die reine Unterrihctsverpflichtung hinaus. Das würde bei einem solchen Modell nicht gewürdigt werden. Ergo: es würde es unattraktiv machen, solche Kurse zu übernehmen.

 

Die Verlegerin

Ein Steven Spielberg-Film über die Verlegerin der Washington Post. Es geht darum, dass sie in einer wirtschaftlich kritischen Phase für das Blatt die Entscheidung trifft, allen Bedenken zum Trotz, die Pentagon Papers des Außenministers McNamara zu veröffentlichen. – Es gibt dazu die kleine, aber nicht unwichtige Seitengeschichte, wie Verleger und demokratische Präsidenten miteinander befreundet sind, was die Frage der journalistischen Unabhängigkeit auf einer anderen Ebene aufwirft. – Die Geschichte geht für Kay Graham und die Washington Post gut aus. Aber vor allem deswegen, weil der Supreme Court seine Unabhängigkeit gegenüber dem Präsidenten dokumentiert und der Presse ihre wesentliche Rolle bei der Kontrolle der Regierung und der Information der Öffentlichkeit ausdrücklich bescheinigt und verteidigt. Der Spruch des Supreme Court zugunsten der freien Presse war ein beeindruckendes Zeugnis des Funktionierens von Check and Balances zugunsten einer kritischen Öffentlichkeit.

Mir ging die ganze Zeit durch den Kopf: würde ein Supreme Court  mit von Donald Trump berufenen Richtern zu einem ähnlichen Schluss kommen?

Daran wurde und wird deutlich, wie sehr sich Zeiten geändert haben.

 

Fasten (2)

Heißt auch: sich nicht mit jedem unterirdischen Kommentar befassen oder gar darauf reagieren, der einem so unterkommt.* Was man auf Facebook durch blockieren machen kann, lässt sich im wirklichen Leben nicht immer so einfach durchhalten. Da gilt es, elegante Manöver zu praktizieren. Na mal schauen, wie die so aussehen könnten.

 

  • Muss ich mir wirklich sagen lassen, ich sei ein Ja-Sager? Und in meinem Alter müsse man etwas besser wissen?

 

Zwei Parlamente

Mein Beruf bringt es gelegentlich mit sich, dass ich Schulklassen auf Exlursionen begleiten darf. So war es auch zweimal in den letzten vier Wochen. Einmal ging es ins Landesparlament, einmal ins europäische Parlament. Das Programm unterschied sich an einer Stelle: im Landtag gab es zunächst eine sehr sachkundige und aufs Publikum bestens eingestellte Einführung. Zudem bekamen wir die Tagesordnung vorab. Eine extra für uns abgestellte Mitarbeiterin des Landtags begleitete uns zu den jeweiligen Stationen. Im europäischen Parlament wurden wir von den Mitarbeiterinnen des Abgeordneten in Empfang genommen und durchweg begleitet.

Das europäische Parlament, so macht es den Eindruck, ist deutlich durchstrukturierter. Man berät über etwas en bloc, dann gibt es einen Abstimmungsblock. Problem: als Zuschauer bekommt man nicht mehr mit, was genau da abgestimmt wird, weil es rasend schnell geht und auch nicht immer angesagt wird, was das Thema ist. Aber es gibt Abstimmungselektronik, so dass bei Unklarheiten die Elektronik genutzt wird, um das Abstimmungsergebnis eindeutig feststellen zu können. Allerdings gab es auch eine Situation, in der die Anzeigetafel und die Ankündigung des Sitzungspräsidenten nicht übereinstimmten, wovon manche Abgeordnete irritiert waren und eine Wiederholung erwirkten. Dass wir erst am Ausgang die Tagesordnung erhielten, war wenig hilfreich. Wir wurden immerhin Zeugen eines historischen Vorgangs: einer der Vizepräsidenten des Parlaments wurde mit 2/3-Mehrheit abgesetzt, weil er eine andere Abgeordnete auf das Übelste beleidigt hatte. Die Anwesenheit im Parlament war sehr hoch, es gab kaum unbesetzte Plätze, allerdings war auch die Nutzung der Smartphones und der Tablets sehr hoch.

Der Landtag ist weit kleiner, es gibt namentliche Abstimmungen, bei denen alle Abgeordneten aufgerufen werden und dann ihre Abstimmung bekannt geben. Immerhin erlebten wir eine Debatte, bei der es ordentlich zur Sache ging – müssen Fußballvereine in Zukunft die Polizeieinsätze bezahlen? Die Schülerinnen und Schüler fanden einen locker-kompetenten Beitrag am besten, weil er nicht abgelesen war, weil er nicht aggressiv war. Es war ein dauerndes Kommen und Gehen, auf der Regierungsbank saßen zwei Minsterinnen, ins Dauergespräch vertieft.

Der Nachteil des Landtagsverfahrens zeigte sich später, im Gespräch mit den Abgeordneten dreier Fraktionen: es konnte jederzeit sein, dass sie zu einer namentlichen Abstimmung das Gespräch würden beenden müssen. Einen Gong, der in diese Zeit fiel, konnten sie allerdings nicht interpretieren. Sie dokumentierten Respekt untereinander, gingen teilweise sehr lang auf Fragen ein, wechselten sich darin aber auch gut ab.

Im Europaparlament stand uns der Abgeordnete, seines Zeichens auch einer der Vizepräsidenten des Parlaments für eine Stunde zur Verfügung. Und seine Ausführungen waren hoch interessant, unter anderem, als er seine Aufgaben als Vizepräsident beschrieb.  Es wurde auch deutlich: da bekommt man andere Horizonte mit, als er von den verschiedenen Kooperationen mit unterschiedlichen Regionen in der Welt sprach.

Bringen solche Besuche die Politik näher hin zur Schülerschaft? Ich denke: teilweise. Sie dürften vorhandene Motivation stärken, und schaffen keine Motivation, wo sie nicht ohnehin vorhanden ist. Ob sie die Unentschiedenen bewegen? – Es wäre zu hoffen.

Vielleicht würde man es Heimat nennen

Gestern war Sonntag. In meiner Heimatstadt kein gewöhnlicher, sondern ein verkaufsoffener Sonntag am Pferdemarktswochenende. Pferdemarkt ist unser Fasching, mit Umzug, offenen Kneipen mit Musik, Kellern, die Rotwein und Schlachtplatte offerieren.

Und man trifft allerlei Menschen. Zunächst beim Einkaufen den einen Geschäftsinhaber, der uns das Friaul empfohlen hat. Dann in einem Keller ein bekanntes Ehepaar, ehemaliger Fraktionskollege mit Frau, mit dem wir uns über Politik, das Altern der Eltern und gemeinsame Bekannte unterhielten, später dann, in der Kelter eines ortsbekannten Weinhändlers stießen wir auf weitläufige Nachbarn sowie einen Mitstreiter beim freitäglichen Fußballtennis samt Frau und Schwägerin. Man sprach über Kinder und Politik und das Hausbauen. Schließlich gesellte sich der ebenso ortsbekannte Alleinunterhalter und Kartoffelbauer dazu, der uns über die Entwicklung der Hofläden sowie seine besonderen Herausforderungen in der Kartoffelwirtschaft, schlechte Ernten, anspruchsvolle Kunden, Lagerung, Zukäufe schlechter Ware, Glyphosat und Feldertausch in Kenntnis setzte.

Alle Begegnungen waren zufällig, nicht geplant und einfach so, dass sich ein Gefühl des Dazugehörens einstellte. Man würde es vielleicht Heimat nennen.