Unlängst schaute ich einer

Personalreferentin zu, die einer Schulklasse die Grundlagen des Sich-Bewerbens darlegte. Zunächst nur um ein Praktikum. Dann aber soll es um den zukünftigen Beruf gehen. Als ginge es um Alles.

Tut es natürlich. Aber auch wieder nicht. Wenn ich an mein Berufsleben denke: es geht immer um alles. Und dann löst sich das zuweilen auf. Und das andere Alles beginnt.

Irgendwo las ich: man solle an den Universitäten als Kernkompetenz „Verunsicherungsfähigkeit“ lehren. Ich böte mich als Dozent an.

 

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„Du darfst gerne nachfragen,….“

So hat mir eine Schreiberin geantwortet, mit der ich in einem Zwiegespräch darüber bin, wohin die SPD steuern soll. Und ich habe die Auffassung vertreten, dass es andere, relevantere  Themen gebe, als aus #MeToo# organisationsinterne Verfahren zu kreieren, mit denen sexistisches Verhalten identifiziert und rückgemeldet werden soll.

Um es vorab zu sagen: das Thema „gesellschaftliche Gleichberechtigung“, womit das Beenden von Diskriminierung eingeschlossen ist, ist schon ein relevantes. Aber nicht allein daran entscheidet sich, ob man einer Partei eine positive Gestaltungkraft für die Zukunft zutraut und sie mit diesem Auftrag betraut. Sondern es gibt weitere Themen: wie gehen wir mit sozialer Ungerechtigkeit um, wie gelingt uns Integration, wie gestalten wir Wirtschaft so, dass wir weder die Kosten auf die Nachwelt noch in nigerianische Elektrohalden oder Plastikmeere verlagern? Und gelingt es , eine europäische Friedensordnung zu erhalten, die nationale Identitäten schützt und Zusammenarbeit auf relevanten Feldern vertieft?

Ich glaube, es steht Frauen und Männern zu, über politische Prioritäten sich auszutauschen. Diskussionserlaubnisse und -verbote sind da völlig fehl am Platze. Also die Formulierung:“Du darfst gerne nachfragen“, konstituiert eine Erziehungsberechtigten – Kind-Beziehung, die auch und gerade in einer Diskussion über Geschlechterrollen nichts verloren hat.

 

 

Wirklich erstaunlich

Vergangene Woche war ich montags an meiner Dienststelle, zu einem Vortrag (als Zuhörer). Anschließend nutzte ich den Kopierer, weil ich mich so nebenbei mit einem „wissenschaftlichen“ Thema befasse und etwas zum Wissenstransfer innerhalb der Kollegenschaft beitragen möchte.

Anschließend ging ich Einkaufen, vermißte dabei allerdings den Einkaufszettel. So viel enthielt er nicht, aber ich war mir relativ sicher, dass ich etwas vergessen haben würde.

Am Donnerstag mußte ich dann noch mal an selbigen Kopierer. Und was soll ich sagen: da lag der Einkaufszettel. Er schien selbst dem Reinigungsdienst so substantiell, dass   der sich nicht traute, ihn einfach wegzuwerfen.

Schöne neue Bibliothekswelt (I)

Also, nach mehr als ??? Jahren Abstinenz war ich mal wieder in der Situation, auf die Dienste der Württembergischen Landesbibliothek zurückgreifen zu wollen.

Eine Literaturrecherche bei der nicht mehr ganz so neuen Arbeit machte es erforderlich.

Der Ausweis fand sich noch in Reichweite des Rechners. Aber sich ins Konto einloggen: ging nicht mehr, weil ich das Passwort nicht mehr wußte. Und auch keine Email-Adresse bei meinem Konto im System hinterlegt war.

Ein Anruf bei der Leihstelle brachte mich der Lösung des Problems näher. Ich bekam postwendend per E-Mail ein neues vorübergehendes Passwort, das ich beim ersten Einloggen ändern musste. Zudem sollte ich den Nachweis erbringen, dass ich weiterhin beitragsfrei bleiben dürfe., was man als Landesbediensteter ist. Und: beim nächsten Mal körperlichen Anwesenheit solle ich meinen neuen Ausweis in Empfang nehmen.

Einloggen konnte ich mich danach, Bücher bestellen auch, in den Datenbanken recherchieren ebenfalls.

Erlebnisse mit dem Handwerk

Zugegeben: wir haben unseren Gasbrenner über mehrere Jahre nicht warten lassen.

Als ich nun Handwerker A anrief, ihm dies schilderte und um einen Termin bat, an dem er die Wartung übernehmen würde, lehnte er ab: das sei ihm zuviel Stress, er würde so was nicht mehr machen, hinterher würden sich die Kunden dann beklagen, über die Kosten, usw.,usw. Danke, das war’s.

Handwerker B, angerufen  am Montagmorgen, hatte am selben Tag noch um 14.00 Uhr Zeit, kam pünktlich, wäre fast wieder weggefahren, weil er die Hausnummer nicht fand. Sah sich die Sache an, meinte trocke, es lohne sich, erklärte anhand verschiedener Teile, weshalb zu langes Warten mit der Wartung ungünstig sei, wechselte aus, besorgte Ersatzteile, war gut gelaunt, kompetent – so stellte er anhand des Pfeifens in der Wasserleitung fest, dass wohl irgendein Ventil nicht mehr funktioniere –  und sehr ausdauernd, und als wir dann später die Dusche nutzten, wußten wir anhand des stärkeren Strahls: der Mann hat gut gearbeitet.