Fritz Teufel, der mittlerweile

gestorbene ehemalige Fahrradkurier, ein prominentes Mitglied der APO und Vertreter der Spaßguerilla-Fraktion, fällt mir zum 1. Mai immer ein.

Zu Studienzeiten verteilten die K-Gruppen an der Uni zum 1. Mai Flugblätter, darin wurde man aufgefordert: „Heraus zum 1. Mai“. Also heraus zu irgendwelchen massenhaften Veranstaltungen der Arbeiterbewegung.

Teufel, der zu dieser Zeit irgendwo im Knast saß, kommentierte dies so: „Mir wäre auch jeder andere Termin Recht.“

Etwas befremdet

In dieser Talkshow, die ich ansonsten schätze, hat der Schauspieler Joachim Meyerhoff ein paar Episoden aus der Schauspielausbildung zum Besten gegeben, assistiert von Til Schweiger. Ok, das sind ja teilweise herausfordernde Aufgaben und Settings. Und natürlich, man kann sich darüber lustig machen, wie man sich über Schule ja auch lustig macht, die Marotten der Lehrkräfte, die Spleens und/oder Streiche der Mitschülerinnen und Mitschüler, und so weiter.

Es scheint so ganz absurd. Aber wozu? Und wie hilft sowas beim Erlernen des Berufs? Die Lehrerinnen und Lehrer werden sich etwas gedacht haben. Wie das auch in den allgemeinbildenden Schulen die Lehrkräfte tun. Aber so entsteht das Bild großer Zumutungen, die irgendwie sinnbefreit den zukünftigen Stars des deutschen Schauspiels aufgenötigt wurden.

http://www.ardmediathek.de/tv/NDR-Talk-Show-classics/Autor-Joachim-Meyerhoff-13-11-2015/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=33031888&documentId=39840728

Botswana

Es gibt Kinofilme, die sind Kunst. Andere Unterhaltung. Manche sind schlecht.

Und dann gibt es Kinofilme, die unterhalten und die uns auch noch etwas über Geschichte oder die menschliche Existenz näherbringen. Ob es gute, künstlerisch wertvolle Filme sind?

Auf jeden Fall hat mir der Film „A United Kingdom“ gut gefallen, weil er mir etwas über dieses unbekannte Land Botswana nahegebracht hat, weil er zudem auch die Rolle Großbritanniens im südlichen Afrika in den 50er Jahren beleuchtet hat, wenngleich nicht völlig erklärt hat.

Und die daraus resultierende Haltung der englische Kolonialverwalter gegenüber den Repäsentanten des Protektorats.  Leider auch ein paar unschöne Wahrheiten über die Wetterwendischkeit der Politik – ein Churchill, der vor der Wahl Anderes versprach als er dann im Amt umsetzte.

Und natürlich vereinfacht, fiktionalisiert der Film. Aber ich weiß nun, wo Botswana liegt und kann mit dem Namen Seretse Khama etwas anfangen.

Ein Buch

Vor einiger Zeit habe ich mich, nachdem ich den Autor in einer Fernseh-Talkshow gesehen hatte, dazu hinreißen lassen, zwei Bücher von Joachim Meyerhoff (online, jedoch bei einer regionalen Buchhandlung) zu bestellen.

Voll Vorfreude und mit einigem Amüsement begann ich zu lesen.

Und tatsächlich: die Erlebnisse des jungen Joachim entsprachen dem, wie das Buch angekündigt war: voller skurriler Situationen, die irgendwie ein Scheitern, eine Niederlage, ein Mißgeschick beschrieben, das dem jungen Protagonisten widerfuhr.

Doch, oh Graus: beim Wechsel von Seite 32 auf 33 des Werks „Alle Toten fliegen hoch“ endete der Spaß:

Seite 32 unten: „Eine halbe Stunde später war ich beim ersten H., dem Hauptbahnhof. Ein Freund hatte mir erzählt, dass man“

Seite 33 oben:

„Anfangsbuchstaben. Die berüchtigte geschlossene Abteilung „K-Oben“ machte alle geschriebenen K-Wörter mit diesem „K-Oben“ sehr gefährlich.“

Ein verwirrender Übergang. Noch verwirrender wurde es jedoch, als ich mal Band I und II verglich. Da tauchten teilweise dieselben Kapitel auf. Mit denselben Episoden. Und irgendwann später dann im Buch von Seite 64 auf 65 (oder so): ein erneuter, höchst befremdlicher Übergang.

Entnervt legte ich den Band I weg, beschwerte mich beim Buchhändler, bekam schnelle Antwort, und warte jetzt, nach einem etwas umständlichen Verfahren (der Betrag für das falsch geheftete Buch würde mir gut geschrieben, dann musste ich neu bestellen, der  Betrag für das neue, hoffentlich jetzt richtig montierte Buch würde wieder abgebucht) auf das makellose Exemplar eines hoffentlich bruchlos lesbaren Buchs.

Oder ob das zum Gesamtpaket bei Werken von Joachim Meyerhoff dazugehört?

Theodor-Heuss-Preis und Medaillen und der SWR

Sehr geehrte Damen und Herren,

soeben hörte ich die Nachrichten in SWR1. Es wurde über die Verleihung des Theodor-Heuss-Preises und der Medaillen berichtet. Es wurden alle Geehrten erwähnt, nur nicht der SPD-Politiker Patrick Dahlemann. Er wurde „am 1. April 2017 für sein beispielgebendes demokratisches Engagement, mit dem in einer mit rechtsradikalen Positionen sympathisierenden Umgebung Wähler überzeugt, mit einer Theodor Heuss Medaille ausgezeichnet. “ http://www.theodor-heuss-stiftung.de/theodor-heuss-preis/
Ist Ihnen dieses Engagament und diese Auszeichnung für einen SPD-Politiker nicht wert, erwähnt zu werden? Oder stört Sie sein Engagement? Ich bin jedenfalls reichlich befremdet, ob dieser Lücke in Ihrer Berichterstattung.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Stolle