Wenn bei einer öffentlichen…..

..Veranstaltung ein Redner den Unterschied zwischen einem weisen und einem weißen Mann als rhetorischen Kniff einsetzen will, was aber nicht gelingt, weil er das stimmhafte und das stimmlose ’s‘ nicht hinbekommt, um den Unterschied zu markieren, was ist das dann?

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Die Verlegerin

Ein Steven Spielberg-Film über die Verlegerin der Washington Post. Es geht darum, dass sie in einer wirtschaftlich kritischen Phase für das Blatt die Entscheidung trifft, allen Bedenken zum Trotz, die Pentagon Papers des Außenministers McNamara zu veröffentlichen. – Es gibt dazu die kleine, aber nicht unwichtige Seitengeschichte, wie Verleger und demokratische Präsidenten miteinander befreundet sind, was die Frage der journalistischen Unabhängigkeit auf einer anderen Ebene aufwirft. – Die Geschichte geht für Kay Graham und die Washington Post gut aus. Aber vor allem deswegen, weil der Supreme Court seine Unabhängigkeit gegenüber dem Präsidenten dokumentiert und der Presse ihre wesentliche Rolle bei der Kontrolle der Regierung und der Information der Öffentlichkeit ausdrücklich bescheinigt und verteidigt. Der Spruch des Supreme Court zugunsten der freien Presse war ein beeindruckendes Zeugnis des Funktionierens von Check and Balances zugunsten einer kritischen Öffentlichkeit.

Mir ging die ganze Zeit durch den Kopf: würde ein Supreme Court  mit von Donald Trump berufenen Richtern zu einem ähnlichen Schluss kommen?

Daran wurde und wird deutlich, wie sehr sich Zeiten geändert haben.

 

Fritz Teufel, der mittlerweile

gestorbene ehemalige Fahrradkurier, ein prominentes Mitglied der APO und Vertreter der Spaßguerilla-Fraktion, fällt mir zum 1. Mai immer ein.

Zu Studienzeiten verteilten die K-Gruppen an der Uni zum 1. Mai Flugblätter, darin wurde man aufgefordert: „Heraus zum 1. Mai“. Also heraus zu irgendwelchen massenhaften Veranstaltungen der Arbeiterbewegung.

Teufel, der zu dieser Zeit irgendwo im Knast saß, kommentierte dies so: „Mir wäre auch jeder andere Termin Recht.“

Etwas befremdet

In dieser Talkshow, die ich ansonsten schätze, hat der Schauspieler Joachim Meyerhoff ein paar Episoden aus der Schauspielausbildung zum Besten gegeben, assistiert von Til Schweiger. Ok, das sind ja teilweise herausfordernde Aufgaben und Settings. Und natürlich, man kann sich darüber lustig machen, wie man sich über Schule ja auch lustig macht, die Marotten der Lehrkräfte, die Spleens und/oder Streiche der Mitschülerinnen und Mitschüler, und so weiter.

Es scheint so ganz absurd. Aber wozu? Und wie hilft sowas beim Erlernen des Berufs? Die Lehrerinnen und Lehrer werden sich etwas gedacht haben. Wie das auch in den allgemeinbildenden Schulen die Lehrkräfte tun. Aber so entsteht das Bild großer Zumutungen, die irgendwie sinnbefreit den zukünftigen Stars des deutschen Schauspiels aufgenötigt wurden.

http://www.ardmediathek.de/tv/NDR-Talk-Show-classics/Autor-Joachim-Meyerhoff-13-11-2015/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=33031888&documentId=39840728

Botswana

Es gibt Kinofilme, die sind Kunst. Andere Unterhaltung. Manche sind schlecht.

Und dann gibt es Kinofilme, die unterhalten und die uns auch noch etwas über Geschichte oder die menschliche Existenz näherbringen. Ob es gute, künstlerisch wertvolle Filme sind?

Auf jeden Fall hat mir der Film „A United Kingdom“ gut gefallen, weil er mir etwas über dieses unbekannte Land Botswana nahegebracht hat, weil er zudem auch die Rolle Großbritanniens im südlichen Afrika in den 50er Jahren beleuchtet hat, wenngleich nicht völlig erklärt hat.

Und die daraus resultierende Haltung der englische Kolonialverwalter gegenüber den Repäsentanten des Protektorats.  Leider auch ein paar unschöne Wahrheiten über die Wetterwendischkeit der Politik – ein Churchill, der vor der Wahl Anderes versprach als er dann im Amt umsetzte.

Und natürlich vereinfacht, fiktionalisiert der Film. Aber ich weiß nun, wo Botswana liegt und kann mit dem Namen Seretse Khama etwas anfangen.

Ein Buch

Vor einiger Zeit habe ich mich, nachdem ich den Autor in einer Fernseh-Talkshow gesehen hatte, dazu hinreißen lassen, zwei Bücher von Joachim Meyerhoff (online, jedoch bei einer regionalen Buchhandlung) zu bestellen.

Voll Vorfreude und mit einigem Amüsement begann ich zu lesen.

Und tatsächlich: die Erlebnisse des jungen Joachim entsprachen dem, wie das Buch angekündigt war: voller skurriler Situationen, die irgendwie ein Scheitern, eine Niederlage, ein Mißgeschick beschrieben, das dem jungen Protagonisten widerfuhr.

Doch, oh Graus: beim Wechsel von Seite 32 auf 33 des Werks „Alle Toten fliegen hoch“ endete der Spaß:

Seite 32 unten: „Eine halbe Stunde später war ich beim ersten H., dem Hauptbahnhof. Ein Freund hatte mir erzählt, dass man“

Seite 33 oben:

„Anfangsbuchstaben. Die berüchtigte geschlossene Abteilung „K-Oben“ machte alle geschriebenen K-Wörter mit diesem „K-Oben“ sehr gefährlich.“

Ein verwirrender Übergang. Noch verwirrender wurde es jedoch, als ich mal Band I und II verglich. Da tauchten teilweise dieselben Kapitel auf. Mit denselben Episoden. Und irgendwann später dann im Buch von Seite 64 auf 65 (oder so): ein erneuter, höchst befremdlicher Übergang.

Entnervt legte ich den Band I weg, beschwerte mich beim Buchhändler, bekam schnelle Antwort, und warte jetzt, nach einem etwas umständlichen Verfahren (der Betrag für das falsch geheftete Buch würde mir gut geschrieben, dann musste ich neu bestellen, der  Betrag für das neue, hoffentlich jetzt richtig montierte Buch würde wieder abgebucht) auf das makellose Exemplar eines hoffentlich bruchlos lesbaren Buchs.

Oder ob das zum Gesamtpaket bei Werken von Joachim Meyerhoff dazugehört?