Fasten….

…no, not your seat belts.

Weniger konsumieren. Oder von manchem gar nix: Alkohol. Schokolade. Kartoffelchips. Weingummi.Kekse. – Internet? Facebook? – Meine Mails schon noch abrufen.

Und auch noch immer Zucker in den Espresso.

Ansonsten: es sind ja nur 6 1/2 Wochen. So lange?

 

Advertisements

Zwei Parlamente

Mein Beruf bringt es gelegentlich mit sich, dass ich Schulklassen auf Exlursionen begleiten darf. So war es auch zweimal in den letzten vier Wochen. Einmal ging es ins Landesparlament, einmal ins europäische Parlament. Das Programm unterschied sich an einer Stelle: im Landtag gab es zunächst eine sehr sachkundige und aufs Publikum bestens eingestellte Einführung. Zudem bekamen wir die Tagesordnung vorab. Eine extra für uns abgestellte Mitarbeiterin des Landtags begleitete uns zu den jeweiligen Stationen. Im europäischen Parlament wurden wir von den Mitarbeiterinnen des Abgeordneten in Empfang genommen und durchweg begleitet.

Das europäische Parlament, so macht es den Eindruck, ist deutlich durchstrukturierter. Man berät über etwas en bloc, dann gibt es einen Abstimmungsblock. Problem: als Zuschauer bekommt man nicht mehr mit, was genau da abgestimmt wird, weil es rasend schnell geht und auch nicht immer angesagt wird, was das Thema ist. Aber es gibt Abstimmungselektronik, so dass bei Unklarheiten die Elektronik genutzt wird, um das Abstimmungsergebnis eindeutig feststellen zu können. Allerdings gab es auch eine Situation, in der die Anzeigetafel und die Ankündigung des Sitzungspräsidenten nicht übereinstimmten, wovon manche Abgeordnete irritiert waren und eine Wiederholung erwirkten. Dass wir erst am Ausgang die Tagesordnung erhielten, war wenig hilfreich. Wir wurden immerhin Zeugen eines historischen Vorgangs: einer der Vizepräsidenten des Parlaments wurde mit 2/3-Mehrheit abgesetzt, weil er eine andere Abgeordnete auf das Übelste beleidigt hatte. Die Anwesenheit im Parlament war sehr hoch, es gab kaum unbesetzte Plätze, allerdings war auch die Nutzung der Smartphones und der Tablets sehr hoch.

Der Landtag ist weit kleiner, es gibt namentliche Abstimmungen, bei denen alle Abgeordneten aufgerufen werden und dann ihre Abstimmung bekannt geben. Immerhin erlebten wir eine Debatte, bei der es ordentlich zur Sache ging – müssen Fußballvereine in Zukunft die Polizeieinsätze bezahlen? Die Schülerinnen und Schüler fanden einen locker-kompetenten Beitrag am besten, weil er nicht abgelesen war, weil er nicht aggressiv war. Es war ein dauerndes Kommen und Gehen, auf der Regierungsbank saßen zwei Minsterinnen, ins Dauergespräch vertieft.

Der Nachteil des Landtagsverfahrens zeigte sich später, im Gespräch mit den Abgeordneten dreier Fraktionen: es konnte jederzeit sein, dass sie zu einer namentlichen Abstimmung das Gespräch würden beenden müssen. Einen Gong, der in diese Zeit fiel, konnten sie allerdings nicht interpretieren. Sie dokumentierten Respekt untereinander, gingen teilweise sehr lang auf Fragen ein, wechselten sich darin aber auch gut ab.

Im Europaparlament stand uns der Abgeordnete, seines Zeichens auch einer der Vizepräsidenten des Parlaments für eine Stunde zur Verfügung. Und seine Ausführungen waren hoch interessant, unter anderem, als er seine Aufgaben als Vizepräsident beschrieb.  Es wurde auch deutlich: da bekommt man andere Horizonte mit, als er von den verschiedenen Kooperationen mit unterschiedlichen Regionen in der Welt sprach.

Bringen solche Besuche die Politik näher hin zur Schülerschaft? Ich denke: teilweise. Sie dürften vorhandene Motivation stärken, und schaffen keine Motivation, wo sie nicht ohnehin vorhanden ist. Ob sie die Unentschiedenen bewegen? – Es wäre zu hoffen.

Zwei Welten

Zuweilen gibt es die Notwendigkeit, etwas offiziell beglaubigen zu lassen. Dann sucht man ein Notariat auf.

Das erste Mal – in der jüngeren Zeit – taten wir dies im Dezember. Das Gebäude: unfreundlich. Die Flure schmucklos. Ein Empfang: nicht vorhanden. Stattdessen musste man sich von Zimmer zu Zimmer fragen, ehe man den richtigen Ansprechpartner gefunden hatte, der einen wieder ins Wartezimmer verwies, wo man auf den Notar warten durfte. Und das Wartezimmer: eine zivile Form der Verwahrlosung.

Nun war das alles kein Wunder, denn: die Nutzung des Gebäudes als Notariat war absehbar, zum Jahreswechsel würde es als solches aufgegeben werden. Und mehr noch: die dort ansässigen Notare würden zum 1.1.2018 Freiberufler werden und in neue Räumlichkeiten ziehen. Dennoch, Behörden sind Dienstleister und keine Agenturen zur Abschreckung der Bürgerinnen und Bürger.

Wo wir uns denn im Neuen Jahr auch einfanden, im neuen Notariat. Am Empfang wurden wir zunächst freundlich begrüßt, eine zweite freundliche Angestellte half uns aus den Mänteln, die Garderobe hing voll, was bedeutete: es herrschte gut Betrieb.  Das Wartezimmer war sparsam und mit einladenden Sitzmöbeln ausgestattet. Eine Dreier-Gesellschaft unterhielt sich über Wohnlagen uund Hauspreise in der Region. Die Gänge: hell und freundlich. Mit erstaunlich vielen Büroräumen, die allesamt belegt waren. Der Notar geleitete uns in sein Büro, auch dieses: großzügig, mit viel Licht und einer angenehm zurückhaltenden Möblierung, der Besprechungstisch ausreichend groß für mehrere Personen, nicht rund, sondern rechteckig. Kurz gesagt: wir befanden uns in einem völlig anderen Ambiente, mit einer dementsprechend anderen Gestimmtheit. Der Notar bestätigte dies, indem er meinte, zuvor seien die Klienten schon etwas gereizt in seinem Büro aufgetaucht, nachdem sie die abweisende Atmosphäre im vorherigen Gebäude eingesogen hatten.

Das einzige, das unverändert geblieben war: die schlecht sitzende, rosa-hellblau gemusterte Krawatte des Notars.

 

 

Gestern abend….

…war es das letzte Mal, dass sich unsere Freizeitsportgruppe zum Fußball-Tennis im alten Jahr traf. Wir waren gerade mal zu siebt, genügend also, um zwei Mannschaften zu bilden und einen Auswechselspieler zu haben. Nach einer starken Stunde war dann Schluss, das mitgebrachte Bier sollte nicht noch kühler werden.

Es war auch das letzte Mal, dass wir uns unter dem Dach des bisherigen Vereins trafen. Denn mit dem 1.1.2018 hört er auf zu existieren und geht auf in einem fusionierten, größeren Verein. Gezählt sind auch die Tage, da wir uns in den alten Umkleidekabinen getroffen haben werden, mit den völlig unmöglichen Duschen. Und es wird auch keine Vereinsgaststätte mehr geben, in der wir anschließend den erheblichen Flüssigkeitsverlust ausgleichen mussten. Der bisherige Pächter wird auch keine türkischen Landsleute mehr anheuern, um die Sporthalle für eine türkische Hochzeit am Wochenende zu schmücken. Ein Hauch von Wehmut lag in der Luft, als wir so die Wechselfälle des Lebens im Großen und Kleinen besprachen. Es gelang nicht ganz, die Wehmut mittels des Biers hinunterzuspülen

 

Zum ersten Mal überhaupt….

.. und fast auch nur, weil wir selbst drei oder vier davon bekamen, habe ich dieses Jahr einen Jahresrückblick zum Versenden erstellt. Gut, die schönen Fotos habe ich nicht hinzugefügt. Aber so jedes einzelne Familienmitglied aus meiner Warte geschildert und vor allem die gemeinsamen Unternehmungen beschrieben, auch die mit Freunden.

Ich konnte feststellen: wir haben ganz schön was erlebt und gemacht miteinander. Und vor allem auch ganz viel Schönes. Das war eine wichtige Feststellung. Es hat mir zudem erneut verdeutlicht, in welcher reichen Region wir leben. Und was von den Unternehmungen besonders positiv in Erinnerung blieb.

Natürlich konnte ich nicht ins Detail gehen. So musste jener Spruch eines unserer Landlords in Schottland aussen vor bleiben, der im Angesicht etwas schräger Gäste meinte: „You get the whole lot.“ Irgendwie auch gut, dass man in kurzer Zeit in die Situation kommt,  ein Einverständnis über grundlegende Werte festzustellen und sich dessen augenzwinkernd zu versichern.

Zuvor hatte er nämlich einem weiblichen Gast zu verdeutlichen versucht:“Don’t do any car-boot-sales. That is rubbish.“ Vergeblich.