Dreifach bitter

Gestern war kollektiver Abschied von meiner einjährigen Arbeitsstelle. 70 Menschen wurden wieder in die Schulen zurückgeschickt. Es war bitter. Dreifach bitter.

  1. Es war ein erzwungener Abschied, ausgelöst durch eine politische Entscheidung, mit wenigen Ausnahmen wollte niemand die Arbeit aufgeben.
  2. Nie mehr wird diese Ansammlung von kompetenten, professionellen Menschen in dieser Zusammensetzung aufeinander treffen. Dabei waren die allermeisten ein Versprechen darauf, mal gemeinsam mit Spass und Kompetenz eine „neue“ Schule zu entdecken und unter die Lupe nehmen zu können. Die Termine standen ja schon im Kalender.
  3. Die Aufgabe war geprägt durch eine Verknüpfung von Anspruch und Verantwortung. Der Anspruch lautete, eine zuweilen schwierige Aufgabe seriös zu bewältigen und dabei die vom Haus vorgegebenen und vorgelebten Standards einzuhalten, das Haus in angemessener Weise zu repräsentieren. Und gleichzeitig waren es Arbeitsbedingungen, die ein großes Maß an Freiheit ermöglichten, mit der verantwortungsbewußt umzugehen war. Dass da in der Beziehung zwischen Auftraggeber und Evaluator etwas realisiert war, das sich auch in der Beziehung zwischen Schulverwaltung und Einzelschule wiederfinden sollte, gehört zu den Pointen der Konstruktion. Und aus dieser Beziehung entlassen zu werden,  um eine neue, deutlich formalere Beziehung eingehen zu müssen, schmerzt auch.

Es wird nicht einfach, in eine Situation zu gelangen, in der die Selbstbestimmung und Verantwortung wieder in diesem Maße möglich und gefordert sind, und das Umfeld dieselbe Mischung aus Professionalität und Wertschätzung bietet.

Wirklich erstaunlich

Vergangene Woche war ich montags an meiner Dienststelle, zu einem Vortrag (als Zuhörer). Anschließend nutzte ich den Kopierer, weil ich mich so nebenbei mit einem „wissenschaftlichen“ Thema befasse und etwas zum Wissenstransfer innerhalb der Kollegenschaft beitragen möchte.

Anschließend ging ich Einkaufen, vermißte dabei allerdings den Einkaufszettel. So viel enthielt er nicht, aber ich war mir relativ sicher, dass ich etwas vergessen haben würde.

Am Donnerstag mußte ich dann noch mal an selbigen Kopierer. Und was soll ich sagen: da lag der Einkaufszettel. Er schien selbst dem Reinigungsdienst so substantiell, dass   der sich nicht traute, ihn einfach wegzuwerfen.

„He told graduates at the Coast Guard Academy on Wednesday that “no politician in history has been treated worse or more unfairly” by the media.“*

Hybris and whiner.

Was eine grauenvolle Mischung.

*https://www.nytimes.com/2017/05/17/business/media/trumps-urging-that-comey-jail-reporters-denounced-as-an-act-of-intimidation.html?hp&action=click&pgtype=Homepage&clickSource=story-heading&module=b-lede-package-region&region=top-news&WT.nav=top-news&_r=0

Bei Donald J….

bin ich mir sicher, dass er nie meint, was er sagt.

Oder dass das, was er sagt, nicht den Kern trifft. Sondern dass es immer eher darum geht, etwas Anderes nicht zu sagen oder zu vertuschen.

Also, wenn er sagt, dass er das Recht habe, etwas getan zu haben – z.B. Geheimdienstinformationen den Russen brühwarm mitzuteilen – , dann fragt man sich: was hat er wohl getan, wozu er kein Recht hatte?

Kommunikation mit der Absicht, falsche Fährten zu legen.

Ach, Gott, Donald, für wie dumm hältst Du die Welt?

 

Na, klar finde ich das gut,

dass Macron gewonnen hat. Und dann auch noch so deutlich. Und na klar, ist es weniger erfreulich, dass ein Drittel der Wählerinnen und Wähler sich für diese Kreide gefressen habende, rechtsradikale, ausländerfeindliche und illiberale Gegenkandidatin ausgesprochen haben.

Auch unerfreulich: die geringe Wahlbeteiligung. Und die vermutlich große Zahl an ungültigen Stimmen.

Aber noch ist wenig geschafft – bei den Parlamentswahlen kommt es darauf, dass eine verläßliche Mehrheit für Macron ins Parlament einzieht. Und deswegen sind die kommenden Tage und Wochen vorentscheidend.

Ansonsten haben wir 2022 eine wahrscheinliche Präsidentin Le Pen.