Ich sehe mich derzeit mit widersprüchlichen Botschaften konfrontiert

Wer eine Organisation leitet, die zudem noch in eine größere Organisation eingebettet ist, der verfügt in seinem Steuerungshandeln nur über eine eingeschränkte Autonomie.

Eine Botschaft lautete unlängst: Schulen seien lebendige Organismen, die nicht nach der Logik funktionieren: man weiß von vornherein, was entsteht, wenn man etwas eingibt. Das bedeutet, dass das Steuerungshandeln kein mechanistisches sein kann. Es geht eher um das Entwickeln, das Offenbar-Werden von ungenutzten Potentialen, das Interagieren. Und letzten Endes ist es eine Feinsteuerung, mit angepaßten Reaktionen auf jeden und jede Situation. Und dabei immer den Gesamtkontext im Auge zu behalten.

Eine ganz andere Botschaft ist in den Botschaften übergeordneter Instanzen inhärent. Da fungiert der Machteingriff als zentrales Steuerungsinstrument. Und ein wenig herrscht auch der Glaube, so scheint es: es wird schon was Entsprechendes rauskommen, wenn man das Richtige eingibt. Also zum Beispiel viele technikaffine junge Frauen, die dann ein Ingenieurstudium anstreben oder in der IT arbeiten wollen. Man muss dazu nur die MINT–Fächer kräftig fördern.

Nun hilft es mir an meiner Stelle relativ wenig, die Diskrepanz zu  beklagen – ich werde sie aushalten und irgendwie organisch zusammenführen müssen.

 

 

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Nein, auch wenn

man etwas mit Emphase vorträgt, bei dem man das Einfühlungsvermögen oder das Mitgefühl mit einem Fremdwort bezeichnen will: das Wort heißt Empathie.

Wie gesagt: Emphase ist etwas ganz anderes. Und Emphatie gibt es nicht. Daher sollte es auf keiner Folie vorkommen, die zu einem anspruchsvollen Vortrag gehört.

Nun war ich in den letzten 7 Tagen….

… bei drei sehr unterschiedlichen Veranstaltungen.

Der sehr souveräne und doch etwas unstrukturierte Auftritt eines „Stars“ der Internet und Bildungsszene. An den Bedürfnissen der Teilnehmer entlang. Jedoch von bemerkenswerter Tiefe, weil dem Ganzen eine sehr klare und entschiedene Sicht der Dinge zugrunde lag.

Eine Veranstaltung, deren Einladung ich nicht lesen konnte, zu der ich jedoch eine Interpretationshilfe durch einen Anruf erhielt. Nach einer Einführung in die Rahmenbedingungen lichtete sich der Nebel. Eine ziemliche Neuorientierung ist gefragt. Und die Teilnehmer waren gefragt, auf diese Überraschung hin Ideen zu entwickeln. Es gibt eine weitere Sitzung, bei der die Ideen zu einem Konzept verdichtet werden.

Eine dritte Veranstaltung, viel zentrale Beschallung von vorne gab. Und zwei schlechte Vorträge. In beiden kamen die Referenten vor lauter Gründlichkeit nicht dazu, zu ihren Schlußfolgerungen und damit zum eigentlichen Kern des Vortrags durchzudringen. Entsetzlich.

 

 

Manche Fortbildungen…

..wirken. Anders als Andere.

Ich war am Samstag bei so einer, die nachwirkt, vermutlich, weil dort so Manches thematisiert wurde, angerissen wurde, was mich ohnehin beschäftigt.

Wie gelingt der Wandel in der Bildung hin zu einer Schule, in der Selbstbestimmung und das Nutzen digitaler Medien keine Widersprüche sind? Wie verarbeite ich den offenbaren Widerspruch: Eltern lehnen die Smartphone-Nutzung in der Schule ab. Schüler wünschen sie sich. Wenn man sie, die Smartphones, dann in der Schule nutzt, welche Infrakstruktur benötigt man dazu?

Und was ist eigentlich TikTok, was ist DuckDuckGo? Wie funktioniert ein Barcamp? Und wie kann ich es nutzen, um mich mit meiner Schule aufzumachen?

Stimmt es denn, dass wir nicht mehr in der #Gutenbergkultur stecken, sondern auf dem Weg in die #Turingkultur? Und was bedeutet das für uns Unterichtende?

 

Ist das tendenziös?

Heute Abend, 20 Uhr Nachrichten in einem süddeutschen  Radiosender.

  1. Meldung: CDU-Chefin verkündet irgendetwas zur Vermeidung eines großen Flüchtlingsstroms nach Deutschland. Wurde unkomentiert gelassen.
  2. Meldung: die SPD-Vorsitzende habe das neue Sozialpolitikkonzept der SPD erläutert. Es werden daraufhin zitiert: eine vernichtende Kritik des CDU-Politikers Altmaier sowie eine ebensolche des CSU-Politikers Dobrindt. Keine unterstützenden Äußerungen für das SPD-Konzept. Keine Reaktion seitens der SPD. Nur noch ein, zwei Konkretisierungen des SPD-Konzepts.

Ist das tendenziös?

Wenn bei einem Stadtfest…..

…an einem sehr erträglichen Samstagabend im Februar viele Menschen unterwegs sind und es als Attraktion gilt, in einem Keller unter den Gebäuden der Altstadt einzukehren, dort gemütlich zu sitzen, Bekannte und Unbekannte zu treffen, den einen oder anderen Schluck Wein zu sich zu nehmen, sich zu unterhalten über dies und das, und man dabei vergißt, wie spät es ist, und wenn die Zahl dieser Keller  sehr begrenzt ist, weshalb es gemeinhin schwierig ist einen Platz zu ergattern, und wenn dann um viertel nach Elf einer dieser Keller sich zusehends leert, weil einfach die Musik, egal ob aus Konserve oder live, viel zu laut und irgendwie störend ist, dann stimmt irgendetwas nicht. Selten habe ich direkter erfahren, was es bedeutet, „einen Saal  leerzuspielen“.

 

Völlig andere Szene:

bei einem sehr ernsthaften und gut besetzten Symposium im Bildungsbereich tritt in der Mitte des Vormittags, nach den ersten zwei verbalen Einlassungen, die mehr oder  minder inspirierend waren, eine Trainerin auf, gut gelaunt, freundlich-energisch, die das gesamte Auditorium zwischen 15 und 75 dazu bringt, sich zu bewegen,  zunächst aufzustehen und dann einige Übungen mit einem Meterstab mitzumachen. Alle machen mit, und die etwas schläfrige Stimmung im Saal weicht positiver Lebendigkeit. Sehr beeindruckend.